Cropredy 2017

1 Feb

Leider konnte ich aufgrund des Todes meiner Mutter kurzfristig nicht zum Festival anreisen. Freunde und Bekannte berichteten mir jedoch ausführlich. Und es ist unbenommen, daß ich ein großartiges Ereignis verpasst habe. Schon bei den Warm-Ups im „Trades & Labour Club“ am Montag und Dienstag vor dem Festival konnte Fairport Convention begeistern. Glaubt man der Ansage von Simon Nicol vor dem das Fest wie immer ergreifend abschließenden „Meet on the ledge“, war auch der kurzzeitige Fairport-Drummer Tom Farnall vor Ort, verpennte aber die Teilnahme beim Schlußsong, weil er an der Bar festhing.

Fairports Setlist zum Abschluß des Festivals sah wie folgt aus:

  • Bottom of the punchbowl / East Nuke Of Fyfe / Ye Mariners All
  • Summer by the Cherwell
  • Time will show the wiser  (+ Iain Matthews, Richard Thompson, Judy Dyble, Dave Mattacks, Ashley Hutchings)
  • I don’t know where I stand  (+ J.Dy, I.M., R.T., D.M., A.H.)
  • Reno Nevada  (+ J.Dy, I.M., R.T., D.M., A.H.)
  • Suzanne  (+ J.Dy, I.M., R.T., D.M., A.H. + Chris While)
  • Farewell farewell  (+ D.M.)
  • Crazy man Michael  (Chris Leslie – 8-string guitar)
  • Come all ye  (+ Chris While, R.T., D.M., A.H.)
  • The deserter  (+ Chris While, R.T., D.M., A.H.)
  • The lark in the morning Medley  (+ R.T., D.M., A.H.)
  • Tam Lin  (+ Chris While, R.T., D.M., A.H.)
  • Walk awhile  (+ R.T., D.M.)
  • Poor Will and the jolly hangman  (+ R.T., D.M.)
  • Sloth  (+ R.T., D.M.)
  • Now be thankful  (+ R.T., D.M.)
  • Sir Patrick Spens  (+ R.T., D.M.)
  • Fotheringay
  • The ballad of Ned Kelly  (+ PJ Wright, Sally Barker, Maartin Allcock)
  • Money’s talking (+ Sally Barker, Maartin Allcock, slide-guitar)
  • Rising for the moon  (+ Sally Barker, D.M., M.A.)
  • White dress  (+ Ralph Mc Tell, Sally Barker, D.M., M.A.)
  • A surfeit of lampreys  (+ D.M., M.A.)
  • The hiring fair  (+ D.M., keyb)
  • The Hexhamshire lass  (+ D.M.)
  • Jewel in the crown  (+ D.M., M.A.)
  • Who knows where the time goes  (+ Chris While, D.M., keyb)
  • Our bus rolls on
  • Dirty linen  (+ R.T., M.A., D.M.)
  • Matty Groves  (+ D.M.)
  • Meet on the ledge  (alle)

Richard Thompson absolvierte am Freitag seinen ersten Set solo, bat aber zu „Sweetheart on the barricade“ Christine Collister auf die Bühne. Im zweiten Teil wurde die Besetzung aus der
„Shoot out the lights“ – Ära aufgefahren, und Simon Nicol, Dave Mattacks und Dave Pegg traten an. Überraschenderweise wurde nicht überwiegend das damalige Material gespielt, sondern sogar 4 relative neue Stücke Thompsons. Die Klassiker „Hand of kindness“ und „Tear stained letter“ fehlten aber dennoch natürlich nicht.

Feast Of Fiddles, ohne Phil Beer (nur als Gast) und Martin Underwood boten zahlreiche Arrangement-Highlights, unter anderem den Glenn Miller Klassiker „String of pearls“.
Ashley Hutchings erweckte am Nachmittag des letzten Tages das Morris On Projekt aus den 70er Jahren zu neuem Leben. Auf der Bühne standen neben ihm Simon Care, Guy Fletcher, Ruth Angell, Ric Sanders, Chris Leslie, Dave Mattacks, Gavin Davenport, Simon Nicol und Richard Thompson – wahrlich ein Dream-Line-Up für Folkrockfreunde ! Den wunderbaren Sound bei den beiden letztgenannten besorgte wie immer in vorbildlicher Manier Paul Smith.

Bei vielen meiner Freunde löste das Auftreten von Iain Matthews Begeisterung aus. Nicht nur zusammen mit Fairport Convention, sondern auch mit Andy Roberts und Martin Griffiths beim Plainsong-Set am Schlußtag, den sie mit dem „House Un-American Blues Activity dream“ eröffneten. Auch Show Of Hands erhielten ausnahmslos lautstarken Beifall.

Ein Programmhöhepunkt war ohne Zweifel der Auftritt der 84-jährigen englischen Gesangsikone Petula Clark.  Es war ihr allererster Auftritt auf einem Open Air Festival. Sie trat mit einer gut eingespielten Band an und mit einigen humorvollen Ansagen sorgte sie für Erheiterung. Unter anderem kündigte sie „Blackbird“ mit den Worten „it was written by Stella Mc Cartney’s dad – what’s his name again?“ an. Auch kündigte sie „some songs that you will not know, but hopefully I will“ an. Gegen Ende gab’s natürlich den vieltausendstimmig mitgesungenen Evergreen „Downtown“.