Reif für Cropredy
2000 präsentierte sich die Albion Band im Rahmen ihrer Kurztournee
in Deutschland und
Österreich
im Juni 2000. Was da an Spielfreude und -witz aufgefahren wurde, macht
sie im Moment zur
heißesten
Nummer auf dem Terrain des typisch englischen Folkrock, da mehr am Traditionellen
orientiert als die
Fairports. Ashley
Hutchings, der im übrigen davon sprach,
daß sein gitarrespielender Sohn angekündigt habe, die
Albion Band später
übernehmen zu wollen,
Joe Broughton
als Teufelsgeiger und humoriger Entertainer, Ken
Nicol
als Gitarrist der
ersten Liga, Drummer
Neil Marshall,
der mit interessanten Breaks und Tempowechseln die Tradition
die Tradition von
Dave Mattacks und Gerry Conway fortführt, sowie die die Sängerin
und Songautorin Kellie While
mit ihrer beeindruckenden,
engelsgleichen Stimme, spielen seit über einem Jahr zusammen und touren
fleissig.
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Und das merkt man,
die Band läuft wie geschmiert.
Da werden ohne Probleme
stilistische Sprünge gemacht: vom schnellen Jig & Reel à
la Turnpike Reel
oder
"The three shepherds"
(klingt nie irisch, denn die Albions haben ihre eigene Note) zur besinnlichen
Ballade
(Albion
heart, The
sun is god), zum lauten Rocksong, wie etwa
Wings
oder Go
north, bis hin zum perfekten Blues mit Gitarrensoli
von Ken Nicol,
Joe
Broughton und
Drummer Neil
Marshall, sowie Kellie
While hinter dem Schlagzeug. Nur wer so gut
eingespielt ist,
kann sich leisten,
nebenher das Publikum mit Späßchen zu unterhalten, wofür
hauptsächlich
Joe Broughton
zuständig ist, der die Leute auch gerne witzig provoziert. Seine artistische
Balanciervorstellung mit
Geigenbogen und
Geige selbst (aus dem Hintergrund forderte Soundmann
Paul Smith
lautstark:
"and now the drumkit") war eine vielbeklatschte Auflockerung
des Programms.
In Glems wurden
an diesem 13.Juni 2000 zwei neue Songs vorgestellt:
We can't get the
wares away, textlich vom Bau des Kanals in
Manchester handelnd, und das zwei Tage
zuvor am Pfingstsonntag
im Bandbus auf der langen Fahrt von Münster nach Gallneukirchen bei
Linz gemeinsam komponierte
We
are the travelling Albion Band, an diesem
Abend erstmals live vorgetragen.
Zu ersterem kommentierte
Ashley Hutchings:
"Do you know
Manchester? You remember Manchester 2 : Bayern Munich 1?",
worauf aus dem Hintergrund
Kneipenwirt Walter erwiderte:
"Do you know any
portuguese songs?"
Erst nach drei heftig
geforderten Zugaben war Schluß. Auch 25 Leute an einem hochsommerlich
warmen
Abend in einer abgedunkelten
Kneipe können für Stimmung sorgen.
Am Tag nach diesem
Konzert spielten die Albions im Eleonoren-Gymnasium in Worms, an dem Tourorganisatorin
Ulla Hilger
u.a. Englisch unterrichtet. Sie hatte es geschafft, einen Großteil
ihrer Schüler dazu zu bringen,
die Band lautstark
anzufeuern. Insbesondere
Joe Broughton
entpuppte
sich als deren Liebling,
was er dem Vernehmen nach genüsslich auskostete.
Ulla will die Albion
Band für nächstes Jahr zum "Open Ohr Festival" nach Mainz buchen,
wo an
Pfingsten Fairport
Convention ein 5000-faches Publikum begeistern konnte.
Leider wurde daraus
dann nichts.