Tagebuch
der kompletten Reise mit 188 Fotos
Diary
of the whole trip incl. 188 photographs
In English as well
Updated 05.03.06

Die Ludwigsburger
Kreiszeitung würdigte am 31.August meine Reise mit einem
ausführlichen
Artikel.
My local newspaper honoured me with a
very gentle report on August 31st.

Pat Swash aus
Deddington
unweit von Cropredy hat Forever Youngs Fahrrad mit ihrem Los gewonnen
Pat Swash from
Deddington
near Cropredy won Forever Young's bicyle by a raffle ticket

Das
Tagebuch / The diary
in English as well
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Stuttgart (Feuerbach) - Zuffenhausen - Stammheim - Markgröningen Unterriexingen - Oberriexingen - Vaihingen / Enz - Roßwag - Mühlhausen / Enz Lomersheim - Mühlacker - Erlenbach - Ötisheim - Heidelsheim Abfahrt in Feuerbach um 12.15 Uhr, verabschiedet von meinem Chef und zahlreichen Kollegen. Mein Chef monierte noch, daß bei mir eine Schraube locker sei (am Sattel) und bestand darauf, ich solle sie festziehen. Am liebsten wäre er selbst mitgefahren. Kurz vor Möglingen auf dem Feldweg fragte mich jemand, wie er nach Münchingen kommt. Ich erklärte es ihm, und dann entstand folgender Dialog: "On wo fahret Sie no?"
In Möglingen besuchte ich, wie versprochen, Frau Dörges. Sie versorgte mich mit hilfreicher Verpflegung für unterwegs und ... als besonderem Schutz einer St. Christophorus - Plakette. Das war eine besondere Geste für mich. Dann ließ sie uns noch von einem Nachbarn fotografieren.
Bei
brütender
Hitze ging es dann um 14.30 Uhr weiter. Leider zog sich gegen
18.00
Uhr der Himmel im Umkreis von 50 Kilometern bedrohlich zusammen, und es
begann zu blitzen und zu donnern. Ich hatte etwa 55 Kilometer hinter
mir,
und die nächsten sieben würden mich sieben Kilometer lang
über
Wiesen und durch den Wald führen. Das war mir zu riskant. In
Heidelsheim,
meinem Tagesziel, wartete Holger Boes, einer der Trainer meines
Sportvereins
TSV Grünbühl, auf mich. Nach einer halben Stunde
beschloß
ich, die restlichen Kilometer von Ötisheim aus mit dem Zug zu
fahren,
und das erwies sich als vernünftig. Denn es herrschte ein
richtiggehendes
Unwetter, als ich in Heidelsheim ankam. Ich mußte eine Stunde
unterstehen,
denn es blitzte und donnerte und goß in Strömen. Ich hatte
keine
Lust, irgendwann vom Blitz erschlagen zu werden. Als sich das Gewitter
verzogen hatte, radelte ich die restlichen 5 Kilometer zum Gartenhaus
außerhalb
des Ortes, wo mich Holger mit Gegrilltem und Flüssigem empfing.
Zuvor
hatte es einige Probleme beim Finden des Häuschens gegeben. Es
mußte
einige Male telefoniert werden, wobei leider mein Handy, wie sich im
Nachhinein
herausstellte, seinen Geist aufgab. Holger berichtete vom 1:0-Sieg
unserer
Fußballer gegen 07 Ludwigsburg, was mich sicherlich
beflügelte.
Spät am Abend verabschiedete er sich, da er Samstags zum
Frühdienst
antreten mußte. Danke Holger !
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Heidelsheim
- Bruchsal
- Forst - Hambrücken - Wiesental - Schloß Eremitage
Der Onkel von Holger kam und trank einen Kaffee mit mir. Ich hatte gut geschlafen, mußte aber die ganze Nacht die Kerze anlassen, da es doch etwas unheimlich so weit draußen ist. Das Wetter am Samstag war ideal - trocken, nicht zu warm, und kein Wind. In Waghäusel-Wiesental entdeckte ich den abgebildeten, nach mir benannten, Zeitungsladen. Rechts daneben die Kirche von Hambrücken.
Bereits nach 2 1/2 Stunden hatte ich 50 Kilometer hinter mir und war kurz vor Mannheim. Leider fand ich kein geöffnetes Lokal, um irgendwo einen gesunden Salatteller zu essen. So mußte es ein fettiger Leberkäs an einem Truckstop sein. Dann kam die Odyssee durch Mannheim. Ich hasse seit heute Mannheim. Keine Radwegbeschilderung (ansonsten vorbildlich) und überall Kreuzungen, an denen sich 8 verschiedene Straßen treffen. Kurzum: ich fuhr um 13.45 Uhr nach Mannheim hinein und war um 15.30 Uhr draußen, nachdem ich zweimal das schwere Rad hatte eine steile Treppe hinauf tragen müssen. Immerhin hatte mich diese Odyssee an der neuen SAP-Arena vorbeigeführt (bewacht von drei Störchen).
Trotz allem kam ich, nach 102 Kilometern, glücklich in Worms an, und Freundin Ulla ging mit mir in die Stadt gemütlich essen. Danach ins Internetcafe.
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linkes Rheinufer (along the Rhine, left side): Worms - Osthofen - Alsheim - Nierstein - Nackenheim - Laubenheim Mainz - Budenheim Heidenfahrt - Ingelheim - Gaulsheim - Kempten Am Sonntag ging es um 10.15 Uhr von Worms aus weiter. Gut gefrühstückt und einen wunderbaren Cappuccino getrunken ging es um 10.15 Uhr los. Ich kam am Eleonorengymnasium vorbei, wo Ulla unterrichtet. Hinter Worms mußte ich gleich wieder einen ziemlichen Umweg hinnehmen, da an einer Kreuzung, wo es links weiter gegangen wäre, keine Beschilderung war. Da aber der Wind bei sonnigem Wetter überwiegend von hinten blies, fuhr ich zügig durch zahlreiche bekannte Weinorte wie Alsheim, Guntersblum, Oppenheim etc. Dann war plötzlich, kurz vor Mettenheim, der Radweg durch eine riesige Baustelle unterbrochen, wo ich über einen ein Meter hohen Absatz hätte klettern müssen. Andere schafften das, aber ich hatte keine Lust. Also rechts ab zur B9, und einen kleinen Umweg gemacht. Weiter ging's weinselig durch Nierstein und Nackenheim bis Mainz, wo ich mir direkt am Strand einen erfrischenden Obstsalat gönnte.
Der Brunnen
direkt
neben der Kirche in Guntersblum war eine willkommene Erfrischung.
Hinter
Mainz (es
war halb Vier) ging es westwärts, und da der Wind ziemlich
böig
genau aus dieser Richtung kam, fuhr ich einen schlechten Schnitt. Aber
das macht nichts, ich hab's ja nicht eilig. Außerdem war von
jetzt
an kaum noch Beschilderung. Plötzlich stand ich auf einer
Landzunge
am Rhein und mußte 5 Kilometer zurückfahren (wenigstens
jetzt
mit dem Wind). Dann gab es eine Umleitung, die mich ein paar Ki,ometer
lang an der Autobahn entlang führte. Grauenhaft ! Als ich
durch
Ingelheim kam, wo gerade ein Rummelplatz stationiert ist, wußte
ich,
es bald geschafft zu haben. Durch Gaulsheim hindurch kam ich nach 96 km
in Kempten am Rhein an, wo der angepeilte Campingplatz "Bauer" direkt
am
Ufer liegt. Herrlich ! Zelt aufgebaut und bis spät abends
draußen
gehockt, den Schiffen nachgeschaut und ein schöner Blick
hinüber
nach Rüdesheim. Es gab leider kein öffentliches Telefon, aber
ich durfte von der Küche des angegliederten Restaurants aus
telefonieren.
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linkes
Rheinufer
(left side of Rhine): Kempten - Bingen - Niederheimbach -
Bacharach
- Oberwesel - St. Goar - Bad Salzig
Am Montag fuhr ich erst gegen Mittag von Bingen aus weiter, nachdem ich zuvor im Internetcafe gewesen war. Dieser Streckenabschnitt bis Koblenz war bis dahin der landschaftlich schönste meiner Reise. Das rheinische Schiefergebirge engt den Rhein immer mehr ein, und kurz vor St.Goar an der Loreley ist die engste Stelle mit 113 Metern. Das ist genau 30 Kilometer von Bingen aus. Auf dem Weg bis dahin fährt man unterhalb zahlreicher Burgen vorbei. Zwischendurch, bei Trechtingshausen, lädt sogar ein Sandstrand zum Bade. Am Uferhang bot sich durch voll hängende Brombeersträuche die Gelegenheit zu einer süssen Zwischenmahlzeit. In Niederheimbach kann man die Hochwasserstände im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte ablesen. Gleich daneben ein Grab ganz besonderer Art. Einen sanften Nieselregen empfand ich eher als Erfrischung, musste aber mein Gepäck durch Plastik schützen. Ein netter Radler-Kollege lichtete mich dann bei wieder trockenem Wetter mit Blick auf den berühmten Felsen ab (siehe Foto !). So richtig beeindruckt war ich von der Loreley allerdings nicht. Ein berühmter Felsen mit Legende halt !
In Bad Salzig machte ich im Gras unterhalb der Kaimauer des Rheins einen kleinen Mittagsschlaf, und ausgerechnet, als ich weiterfahren wollte regnete es eine Viertelstunde lang stark, und ich stellte mich unter eine Brücke. In Boppard kam dann die Sonne wieder raus, und ich stärkte mich mit einer leckeren Gulaschsuppe. Nach 73 Kilometern erreichte ich Koblenz, von wo aus das Rheinufer wieder sehr ausladend und eben wird. Es gab eine kurze Schrecksekunde, denn ich ließ an einer Telefonzelle meinen Rucksack stehen. Zum Glück stand er nach ein paar Minuten noch da. Witzigerweise lief in einem irischen Pub, wo ich im Garten in der Sonne sitzend kurz was trank und meine heutige Gastgeberin anrief, genau das irische Instrumentalstück welches Fairport als allererstes gespielt hatte, als ich sie am 25.März in Schongau zum ersten Mal live gesehen hatte. Jetzt wußte ich, wo's lang geht. Elke, eine nette Freundin aus dem Umfeld der Fairport-Fans, hatte für mich lecker italienisch gekocht. Wir plauderten bis spät abends.
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linkes Rheinufer (left side of Rhine): Koblenz - Lützel - Neuendorf - Kesselheim - St. Sebastian - Kaltenengers - Urmitz - Weißenthurm - Andernach Namedy - Brohl Lützing - Bad Breisig - Kripp - Remagen - Bandorf - Oberwinter - Rolandseck - Rolandswerth - Mehlem - Bad Godesberg
Am Dienstag machten wir mit dem Rad eine kleine Rundfahrt durch Koblenz, u.a. zum berühmten "Deutschen Eck", wo die Mosel in den Rhein fließt. Nach der Verabschiedung hatte ich jemanden davon überzeugt, öfter mal Rad zu fahren. Es ging nun Richtung Bad Godesberg, und dieser Teil der Strecke war bis Andernach eher unattraktiv - sehr viel Industriegebiet etc. Hinter Andernach wurde es dann wieder grün, und es gibt nette Orte wie Namedy und bei Kripp sehr schön die Mündung der Ahr in den Rhein (siehe Foto !). Gegenüber liegt Linz. Für diese Jahreszeit unüblich blies mir nun nordwestlicher Wind entgegen. In Remagen bewunderte ich die Überreste der historischen Brücke. Bad Godesberg erreichte ich nach 70 Kilometern. Ich wurde in der Zentrale meines Arbeitgebers, Vivento Customer Services, freundlich mit Getränken und kleinen Snacks empfangen. Symbolisch wurde mir ein überdimensionaler Scheck für die Dörges-Stiftung überreicht. Drei Herren aus der Chefetage und eine Sekretärin (die übrigens aus Bietigheim stammt) plauderten ziemlich lange interessiert mit mir über meine Fahrt, und natürlich auch über's Gschäft. Dann durfte ich im Hotel Kaiserhof einchecken. Sehr angenehm ! In einer Kneipe sah ich Schalke 04 gegen VfB Stuttgart, und Kuranyi erhielt für ein gemeines Foul einen Platzverweis.
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Bad
Godesberg - Bonn
- Bornheim - Hemmerich - Bliesheim - Lechenich - (Kaiserradweg) -
Pingsheim Nörvenich - Düren
Grünbühler Pressewart besucht Hemmerich, Weisweiler und Eschweiler Hab ich
heute um
10 Kilometer gemogelt, oder nicht? Entscheidet nachher selbst, ob ja
oder
nein. Gut ausgeschlafen stand ich um 7.30 Uhr aus dem bequemen
Hotelbett
auf und frühstückte ausgiebig. Fuer ein Vesper herrichten
reichte
es auch noch. Nachdem ich in einem Fotoladen meine ersten Fotos auf CD
abspeichern liess, ging es zügig, immer an der Bahn entlang, aus
Bad
Godesberg durch Bonn. In dem Ort Bornheim westlich von Bonn entdeckte
ich
ein interessantes Hinweisschild und bog links ab. Einen Kilometer lang
ging es 10% nach oben.
Hiermit
also ein
spezieller Gruss an Claus Hemmerich, lange Jahre 1.Vorsitzender meines
Sportvereins und vor 20 Jahren, als ich dort mit der Pressearbeit
anfing,
Fußballabteilungsleiter und Mitinitiator für die
Gründung
einer Vereinszeitung. Oben im Ort gab es dann auch noch eine Burgruine
zu bewundern. Und dann ging es ueber die Felder herrlich bergab. Aber
irgendeine
Abzweigung war nicht beschildert gewesen.
Als ich
schon fast
ortsauswärts fuhr, kamen heftige Sturmboen auf. Es schmiss mich
fast
vom Rad. Ich hatte noch 10,12 Kilometer vor mir und beschloss
abzuwarten.
Dann fing es an zu giessen. Ich beschloss, den Rest mit dem Zug zu
fahren.
Meine Gastgeber in Herzogenrath (bei Aachen), die Eltern eines Fairport
Kumpels, Ralf Nowak, der selbst leider in Urlaub war, warteten auf
mich.
Ich fragte einen jungen Typen Marke "Hey, was geht?", wo der Bahnhof
sei.
Er fragte, wohin und schickte mich zum Hauptbahnhof Eschweiler (das
Wort
erwies sich als uebertrieben). Der lag oben auf einem Berg, und ich kam
schwitzend und nass an. Ich hatte Glueck, denn in zehn Minuten wuerde
ein
Zug fahren, der in Herzogenrath haelt. Als er bereits 15 Minuten
ueberfaellig
war (mittlerweile war es 19.00 Uhr), schaute ich mir den Fahrplan noch
einmal genau an. Da war bei der Abfahrtszeit ein kleines Sternchen.
Ganz
unten entschlüsselte ich dieses, und es stand erklaert: "Maerz bis
Oktober, Sonntags". Also bei uns im Schwobalaendle ist in so
einem
Fall ein Kreuz auf dem Fahrplan. Ein anderer Reisender
erklärte
mir, die Züge führen vom "Talbahnhof", und das ist genau dort
in der Nähe, von wo mich der blöde Affe zum Hauptbahnhof
geschickt
hatte. Zu allem Unglück fuhr, als ich dort wieder ankam, gerade
ein
Zug ab. Halbe Stunde warten! Ich genehmigte mir ein kleines Bierchen in
einer kleinen Kneipe und rief meine Gastgeber an.
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Herzogenrath - Kerkrade - Maastricht - Tongeren - St. Truiden - Tienen - Leuven Frau Nowak
fuhr mit
mir mit dem Rad bis zur Hauptstrasse mit, nachdem ich zuvor gut
gefrühstückt,
und mir
Mrs. Nowak, last night's host
guided me
with her bicycle a bit after we had a fine brekfast and I had prepared
some snacks for today. At the local bank I payed in the 500 EURO I had
got from the representatives of my company on tuesday. I drove through
Kerkrade and Maastricht and reached Belgium soon after. In Belgium all
the bicycle lanes are alongside the main roads, which means no possible
diversions.
Auch heute
blies
mir der Wind entgegen. Aber das war nicht so schlimm, denn es ging
abwechselnd
leicht bergan, und dann wieder bergab. Bergauf merkt man den Wind nicht
so sehr wie auf flacher Strecke. Und durch die kleinen Gänge war
das
wenig Stress.
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Leuven - Brüssel - Asse - Aalst - Gent
Um 7.00 Uhr war ich fit, machte mich fertig und radelte mit TSV Trainingsjacke los. Es war kühl und wolkig. In Overijsse, also nach etwa 10 Kilometer, frühstückte ich im "Koffiehuis aan de Ijsse" ungewoehnlich. Zu einem Cappuccino für 2 EURO gab es auf einem kleinen Tablett nett angerichtet eine Waffel aus dem Waffeleisen extra, ein Sahnehäubchen extra, und ...... einen Eierlikör !!! Dazu ein Riesenbaguette mit Ei für 2,20. Natürlich trank ich einen zweiten Cappuccino. Zur Strafe ging es anschliessend rechts ab auf die N4 Richtung Brüssel eineinhalb Kilometer bergauf auf schmaler Strasse durch das nette Städtchen. Dann aber ging es rasant weiter. Die N4 vereinigt sich mit der A4, und 3 Kilometer auf einem Radweg die Autobahn entlang bergab, das war ein Höhepunkt.
In Brüssel schliesslich machte ich ein paar Fotos, und dann schrieb ich diesen Bericht in einem Internetcafe, wo ich für 1 1/2 Stunden nur 2 EURO bezahlte. Um halb Zwei verliess ich dieses, und es kam stürmischer Wind auf. Es wehte meine Fairport-Mütze davon, und ich musste sie einfangen mitten im Grosstadtverkehr. In einem Imbiss stärkte ich mich, und dann suchte ich bei permanentem Nieselregen, der mich fortan drei Stunden begleitete, den Ausgang aus Brüssel. Überall stand nur "Ring" und "andere Richtingen". Ich wusste ungefähr, wo Westen ist, und landete auch irgendwann an der Ausfallstrasse, der N9. Plötzlich befand ich mich auf einer vierspurigen, autobahnähnlichen Strasse und wurde angehupt. Nächste Ausfahrt raus und über die Dörfer, alle paar Kilometer die Landkarte gezückt, und das alles bei Dauerregen. So kam ich also durch "legendäre" Orte wie Relegem, Wommel, Brussegem, Merchtem, Droeshout und Baardegem, wo ich eine halbe Stunde Pause machte, weil es wie aus Eimern goß.
So war ich um halb Sieben in Aalst, wo ich normalerweise um 5 angekommen wäre. Nachdem ich zwischendurch bis auf die Haut nass geworden war, beschloss ich heute den Rest mit dem Zug zu fahren, denn auch die N9 von Aalst nach Gent ist für Fahrräder nicht befahrbar, und es wäre über Umwege doppelt so weit gewesen. Bevor der nächste Zug kam, stärkte ich mich in einem Irish Pub. Der Wirt erlaubte mir zu telefonieren und verlangte kein geld dafür. Ich erreichte Eric, meinen heutigen Gastgeber, der mit seinen Fußballjungs schon einige Male in Grünbühl bei unserem internationalen Turnier mitgemacht hatte, telefonisch, und er holte mich am Bahnhof ab. Seine Freundin Anouk hatte toll gekocht, und ihr Sohn Youri war auch dabei. Nach nettem Plaudern ging es gegen Mitternacht ins Bett. Eric hatte ein altes Handy für mich, sodaß ich fortan wieder telefonisch erreichbar war. Nur SMS schreiben war problematisch, da das Display ziemlich defekt war.
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Gent - Deinze - Tielt - Lichtervelde - Diksmuide - Hondschoote (Frankreich), Camping
Eric ist doch nicht mit mir mitgefahren. Die Fahrt von Gent Richtung Frankreich war von viel Gegenwind geprägt, aber es blieb den ganzen Tag trocken. In Deinze kam ich an einem sehr schönen alten Schloss vorbei, das jetzt ein Restaurant und Hotel ist. In Pittem entdeckte ich einen "Kapsalon Jose" (Friseur) in einem sehenswerten Haus. Gruss an Jose ! Weitere schöne Fotoobjekte kamen mir in Koolskamp und Lichtervelde (Kirchen und eine Fankneipe für den belgischen Erstligisten Roeselare). Bei ALDI in Lichtervelde habe ich mich mit Getränken und Vesper eingedeckt. In Diksmuide angekommen entschloss ich mich, an dem idyllischen Flüsschen Ijzer entlang zu fahren. Mittlerweile war es windstill und sonnig. Begleitet von der rechts neben mir langsam untergehenden Sonne genoss ich die Ruhe und fuhr sogar weiter, als ich musste (also einen Umweg). Ich kam an entlegenen Bauernhöfen vorbei, wo Urlaub mit Entspannung und Ruhe verbunden sein muss. Die einzigen Geräusche, die man hörte, waren die von Tieren. Auf einer Weide kamen mir sogar Lamas zu Gesicht. Unglaublich ! Kurz vor Sonnenuntergang fuhr ich über die Grenze nach Frankreich, und kam in dem gar nicht französisch klingenden Ort Hondschoote (Partnerstadt von Osterburken) auf den sehr lebhaften Campingplatz. Da lief eine Open Air Party mit einem DJ. Leider war die Party vorbei, bis mein Zelt aufgebaut war und ich mich frisch gemacht hatte. Für zwei Gläschen trockenen Weisswein an der Bar reichte es aber noch. Ein Mitcamper liess es sich nicht nehmen, mich zu einem weiteren einzuladen. Er erzählte mir, er sei 1969 in Weimar gewesen, aber Politik sei unwichtig. Gesamtkilometerstand am Ende dieses Tages: 800 km.
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Hondschoote - Bergues - Bourbourg - Calais - Fähre nach Dover - Dover - Deal - Sandwich Sonntagmorgen
und
Abfahrt um 8.45 Uhr. Die Sonne scheint. Nach zwölf Kilometern in
Bergues
wunderbar gefrühstückt im
Es läuft sehr gut und schnell heute. Der Wind bläst von halbrechts hinten. In Bourbourg machte ich auf einer Bank bei der alten Kirche Rast und stärkte mich mit viel Flüssigkeit. Leider liess die Beschilderung hinter Bourbourg (nach 32 km) sehr zu wünschen übrig. Auf der Landstrasse aus dem Ort raus, ging es plötzlich nur noch auf die Autobahn. Also zurück und fragen. Jemand erklärte mir einen Weg über die Felder. Die war aber gar nicht beschildert. So musste ich zum beispiel einmal das Fahrrad über Bahngleise tragen, um in die richtige Richtung weiterfahren zu können. So brauchte Ich für die nächsten Kilometer doppelt solang als geplant.
In Gravelines, das direkt am Meer liegt, machte ich eine kleine Pause, und dann fand ich zunächst überhaupt nicht aus der Stadt heraus. Wieder, wie am 6.Tag in Eschweiler, schickte mich ein Jungscher falsch (wohl bewusst), denn am Stadion vorbei kommend kam ich an einen Stadtplan an einer Bushaltestelle, und der sagte mir, es gehe genau in die andere Richtung. Im nächsten Ort Oye Plage fuhr ich raus zu den Dünen und genoss für eine Weile den Blick aufs Meer. Es war nicht mehr weit bis Calais. Um 15.20 Uhr kam ich dort am Hafen an. Ich kaufte mein Ticket (25 EURO) und fuhr an allen Autos vorbei (lange Schlange) zur Passkontrolle. Dann wurde ich in Reihe 81 delegiert, direkt neben 6 Reihen LKWs. Diesen Anblick liess ich natürlich von einem LKW-Fahrer ablichten. Ein türkischer Trucker wollte auch, dass ich ein Foto von ihm mache. Ich weiss zwar nicht, warum (er hat kein Internet), aber vielleicht war es ja eine Ehre für ihn. Leider ging es erst um 17.00 Uhr los mit der Auffahrt aufs Schiff.
Ein Auto
der Fährgesellschaft
fuhr vor, und der Fahrer sagte mir, ich dürfe als allererstes (vor
ungefaehr 200 PKWs und 50 LKWs) aufs Schiff fahren. Quer über's
Gelände
im Affenzahn, dann rauf die Rampe (mit grossem Hallo von den
Bediensteten
begrüsst): das war ein geiles Gefuehl.
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Sandwich - Littlebourne - Canterbury - Whitstable - Faversham - Sittingbourne (an der Themse entlang / along the Thames): Gillingham - Chatham - Rochester Lower Higham - Gravesend
Heute ging's bereits um 7.15 weiter. Im Waschraum hatte ich den Akku meiner kleinen Digitalen aufgeladen. An der Rezeption war noch niemand da. Ich wollte zahlen, sah aber nicht ein, noch ewig zu warten. Der da oben möge mir verzeihen ! Es ging durch eine grüne Landschaeft mit viel Weiden und Gemüsegärten auf ruhigen ländlichen Wegen bei kühler Morgenluft weiter. Jetzt verstand ich, warum dieser teil der Strecke auf der Landkarte als "garden of England" bezeichnet wird.
Ab Sittingbourne war die Beschilderung total beschissen, bzw. irgendwelche Fahrradhasser müssen die Schilder in verkehrte Richtungen gedreht haben. Einmal landete ich an einer Müllhalde (3 km zurück war angesagt) und wenig später an einer Grossbaustelle (auch 3 km zurück). Immerhin füllte ich an einem der vielen Brombeersträuche meine Tupperware halbvoll. Ein gehaltvolles Frühstück am nächsten Morgen war somit gesichert. Zu allem Überfluss kam ich am Ende dieses Ortes auch noch an einem Krematorium und einer Westernkneipe vorbei. Die Radwegführung brachte von jetzt an teilweise abenteuerliche Hindernisse mit sich.
Im zweiten Teil dieser Tour erreichte ich nahe Rainham die Themse-Mündung. Man glaubt, am Meer zu sein. So breit ist der Fluss hier. Es hatte 27 Grad und war fast windstill.
Durch Gillingham und Chatham war ich total frustriert über den wahnsinnigen Autoverkehr, der herrschte. Und wieder zeigte ein Schild in die falsche Richtung. Ich landete im Hafen, und die Strasse endete am Wasser. Ich war drauf und dran alles hinzuschmeissen. Vielleicht hätte ich heute morgen doch warten, und den Campingplatz zahlen sollen ? Immerhin hatte ich mich mit Fish + Chips stärken können, den ich am Chatham Maritime zu mir nahm und mich anschliessend ein Weilchen ins Gras legte. Ich liess mich nicht entmutigen, und nachdem ich durch Rochester und über die Brücke auf die andere Seite des Wassers gekommen war, ging es jetzt durch eine wieder sehr idyllische landwirtschaftliche Gegend weiter. Going through Gillingham and Chatham was kind of frustrating as there was heavy traffic. And again, in Chatham, wrong signposting misguided me. I ended up in the harbour with the road being dead end close to the water. I was close to giving up. Perhaps I should have waited this morning and paid the campsite? Anyway I had fish and chips to strengthen me and took a little rest in the grass at Chatham Maritime. I wasn't willing to be discouraged. So I travelled on and after having gone through Rochester and across Rochester Bridge the journey was going through some idyllic countryside again.
Einmal, als ich glaubte, ich hätte mich schon wieder verfahren, hatte ich in Wirklichkeit eine ziemliche Abkürzung erwischt. Kurz vor Gravesend gab es obskure Passagen durch Hinterhöfe von brachliegenden Fabriken und an Mauern entlang, die mich an die DDR erinnerten. Um 19.40 Uhr war ich in Gravesend, einem belebten Städtchen. Im ersten Pub, dem Crown & Thistle wurde mir ein guter Tipp für eine Pension (guest house = ohne Frühstück, aber mit Kaffee und kleinen Kelloggs Päckchen), das Shamrock Guest House gegeben. Ich checkte ein, genoss die komfortable Umgebung, und der Preis von 25 Pfund war okay. Zurück im Pub genoss ich zwei Pints und lernte einen in England lebenden Franzosen kennen, der in Brands Hatch Catering macht. Er notierte sich meine Webadresse. Auf dem Rückweg holte ich beim Inder ein leckeres, aber scharfes, Essen, schaute noch ein bißchen Fernsehen im Zimmer und schlief selig ein. Gesamte gefahrene Strecke bis dahin: 1003 Kilometer.
Once I
supposed to
have cycled the wrong direction because of no signposting again in
Lower
Upnor and Upper Upnor, but in fact it was an abridgement. The last few
miles before reaching Gravesend had me passing obscure back yards of
devastated
factories and along grey walls that reminded to the german wall. At
19.40
I arrived at Gravesend being quite busy this evening. I went into the
"Crown
& Thistle" pub and one of the customers recommended the Shamrock
Guest
House to me. For 25 pounds I had a comfortable room with coffee and
cerials,
and TV as well.
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(an der Themse entlang / along the Thames) - Northfleet - Swanscombe - Dartford - Erith - Woolwich - Greenwich (London) - Tower Bridge - Southbank (London) - Chelsea (London) - Fulham (London) - Richmond
Morgens lange getrödelt, und nach einem Einkauf bei Tesco (Getränke, Baguette, Käse und Wurst) fuhr ich erst um 10.30 Uhr weiter. Nach dem Dartford Crossing, wo die Autobahn M25 über, beziehungsweise durch einen Tunnel die Themse überwindet, fuhr ich teilweise eine vierspurige Strasse entlang und sparte hierdurch einige Kilometer. Hinter Erith wurde die Themse so langsam schmäler, und in der Ferne erkannte man schon die Skyline von London, genau gesagt die Hochhäuser von Canary Wharf. Der Radweg führt teilweise an Industriegebiet vorbei, und da entdeckt man bisweilen seltsame Dinge, bzw. muß ungewöhnliche Hindernisse überwinden.
I didn't hurry this morning, went shopping at Tesco's (drinks, baguettes, cheese and sausage) und left Gravesednd at 10.30. After having passed Dartford Crossing I cycled along a dual carriageway road partially which was quite a good abridgement of today's route. Having left Erith behind river Thames was much narrower now. In the distance I could see the silhouette of the Canary Wharf skyscrapers. The cycle lane was passing industrial areas, and I experienced some strange sights and obstacles.
Bei 30 Grad am Millenium Dome angekommen telefonierte ich mit Charles, während ich den Anblick der Wolkenkratzer im Kontrast zu den kleinen Häusern am gegenüberliegenden Ufer im holländischen Baustil, bewunderte.. Im Vorort Greenwich kehrte ich, nachdem ich das berühmte Segelschiff "Cutty Sark" passiert hatte, in einem kleinen Seitensträßchen in das gemütliche "Dog & Bell" Pub ein und trank ein Pint "London Pride" für 2,35 Pfund. Ein für London akzeptabler Preis (ca. 3,40 EUR). Die Kühle der Räumlichkeit brauchte ich jetzt. Es war ein heisser Tag. Kurz darauf, 4 Meilen später, ließ ich mich mit dem T Shirt der Sabine Dörges Stiftung an der Tower Bridge fotografieren und rief kurz bei Katsche, dem Geschäftsführer meines Sportvereins TSV Grünbühl (Nachschauen lohnt sich: www.tsvgruenbuehl.de), der meine Reiseberichte immer aktuell ins Internet stellte, an. Die Beschilderung durch London, immer an der Themse entlang, ist perfekt. Nahe der Royal Festival Hall rief ich von einer Telefonzelle (um meine Mobilrechnung zu schonen) aus meine Mutter an. War das eine gute Idee? Natürlich, aber es hatte, außer daß meine Mutter nun wußte, ich bin wohlauf, noch einen anderen Effekt. Dazu später mehr.
It was 30° hot when I arrived at the Millenium Dome. I phoned up my friend Charles at home while enjoying the sight of Canary Wharf on the opposite site of the river with skyscrapers and small houses on the bank in Dutch style. Having passed the famous sailing boat "Cutty Sark" I went into the "Dog & Bell" pub in a small street at Greenwich and had a pint of "London Pride" for 2,35 pounds. A good price for London, I think. I enjoyed sitting in a room where it wasn't as warm as outside. Afterwards, having reached Tower Bridge after 4 more miles I asked somebody to make a photograph with me and the childhood cancer society I was cycling for. I informed my friend Katsche at home who was updating the diary of my trip on my football club's website (check out www.tsvgruenbuehl.de). Signposting of the London cyle network was almost perfect. Close to the Royal Festival i phoned up my mother from a phone booth to save some money for my mobile phone bill. Was it a good idea? Of course it was, because my mother know I'm alright, but there was an unexpected side effect to it. More about it later on !
Es ging nun eine Weile auf der anderen Seite der Themse weiter durch Chelsea. Da es schon gegen 17.30 Uhr war, und ich noch 30 Kilometer vor mir hatte, verzichtete ich darauf, das Stadion zu suchen. Dafür fuhr ich nach der Putney Bridge gegenüber des Stadions vom FC Fulham an der Themse entlang, vorbei am Londoner Ruderklub, die kleine Straße fast auf Höhe der Wasseroberfläche. Dann verließ ich das Themseufer nach links durch Barnes und Roehampton. Nach einem kurzen Rast im Gras des East Sheen Common Parks radelte ich durch das nahegelegene Naturrreservat, wo sogar Rehe an der Straße standen, und landete um 18.40 Uhr in Richmond (Tagesstand 85 km). Bis um 20 Uhr würde ich Chertsey erreichen, wo ein Campingplatz ist.
I cycled on, along the opposite bank of the Thames now for a while, through Chelsea. As it was 5.30 p.m. already and still about 20 miles ahead I wouldn't try to find Chelsea FC's stadium. Instead, after having crossed the river again on Putney Bridge I could see Fulham FC stadium on the opposite side, passing London Rowing Club, the small road almost on the same level as the river. From there on I turned left leaving river Thames behind and cycled through Barnes and Roehampton. After a short rest in the grass of East Sheen Common Park I came through a preserve where even roes where standing close to the road. At 6.40 p.m. I arrived at Richmond, having cycled 85 kilometers today up to then. At about 8 p.m. I expected to arrive at Chertsey campsite.
Ich musste noch ein bisschen Geld abheben. Und von dem Moment an, als ich das tun wollte, war die Radtour für mich beendet. Ich hatte (mit ziemlicher Sicherheit) in der Telefonzelle in London meinen Geldbeutel liegen lassen, keinen Cent in der Tasche, und der Akku vom Handy war fast leer. (Dringender Ratschlag für die Zukunft: "Habe immer in einer anderen Tasche eine Reserve parat!"). Ich ging zur Polizei. Sie gaben mir Telefonnummern von Polizeirevieren in London, die ich am nächsten Morgen anrufen müsste. Offenbar gibt es kein zentrales Erfassungssystem für Fundgegenstände. Ich rief meinen besten englischen Kumpel Paul an, der den Service der britischen Eisenbahn (die Nummer gab mir die Polizei) kontaktierte, um per Kreditkarte eine Zugkarte von Richmond nach Banbury zu kaufen. Auch bei Ulla rief ich an, dann war aber der Akku des Handys leer, und sie war mit einer halben Information alleingelassen, jetzt natürlich in großer Sorge. Sie war schon auf dem Festivalgelände in Cropredy, Paul hingegen noch in Worcester, von wo er spätabends nach Cropredy fahren würde. Das Erwerben einer Bahnfahrkarte erwies sich als sehr schwierig. Paul hatte bei der Servicenummer der Bahn angerufen und sie hatten ihm gesagt, ich solle am Schalter des Bahnhofs in Richmond meinen Fall schildern, und Paul könne dann nach telefonischer Bestätigung seiner Kreditkartendetails meine Fahrkarte bezahlen. Der Bahnbeamte behandelte mich jedoch wie einen Aussätzigen und behauptete, die Karte müsse durch Paul vor Ort bezahlt werden. Das wäre ja Schwachsinn, denn dann könnte er mich ja gleich in seinem Van mitnehmen. Ich ging mit meinem leeren Handy in ein Pub und fragte, ob ich mit Stromkabel einen dringenden Anruf machen könne. Das Mädchen, dem ich meine Situation beschrieben hatte, spendierte mir sogar ein Pint Wasser. Nach 6 Telefonaten war es endlich möglich, dass ich am Schalter des Bahnhofs mein Ticket bekam. Den Typ am Schalter hätte ich am liebsten umgebracht, denn er war im Unrecht gewesen, und er übergab mir das Ticket (zwei Minuten vor seinem Feierabend) mit sichtbarem Unmut. I wanted to
draw
a bit money from a bank till. And from this moment on my cycling trip
had
come to an end. I had left my wallet somewhere, most probably at the
London
phone booth when I had called up my mother. I had no money, just a few
EUROs, and my mobile had to be recharged.
Es war bereits 21.45 Uhr. Ich musste zurück nach London fahren, und dort von "Waterloo Station" zur "Marylebone Station", da der letzte Direktzug schon durch war. Ich hatte, in Waterloo Station angekommen, 75 Minuten Zeit. Um 23.14 Uhr ging von Marylebone Station der Zug nach Banbury. In die U-Bahn, mit der ich in 10 Minuten am Ziel gewesen wäre, ließ man mich nicht rein. Es war fast ein Alptraum. Mitten durch die Innenstadt mit einem vollbepackten Rad, am Trafalgar Square vorbei, durch die Oxford Street. Keiner konnte mir den Weg genau erklären. Taxifahrer waren am hilfreichsten. Um 23.04 Uhr war ich am Bahnhof und im Zug. Um 1.00 Uhr holten mich Ulla und Debbie (aus New Jersey, seit Jahren Masseurin auf dem Festival), mit dem Auto ab. Das Rad blieb am Bahnhof stehen, Gepäck ins Auto und ab aufs Festivalgelände, ca. 8 Kilometer von dort. Ich war zwei Tage zu früh am Ziel. Ulla rief für mich den Kartensperrservice an, und ich ließ meine EC-Karte sperren. Ein weiteres Problem aber war, ich hatte keinen Ausweis mehr. Nach ein paar Gläsern Wein schlief ich dennoch gut ein. Danke an die mich empfangenden Freunde, die mich wieder aufbauten und sogar meinen Humor wieder zum Leben erweckten. Alles würde sich irgendwie regeln lassen. Geld bekam ich von Ulla, und auch Paul hätte mir geholfen. Volker aus Berlin war auch schon da. It was 9.45 p.m. I had to take a train back to London, because a direct train had already departed from Richmond some time before. I arrived at Waterloo Station and I had 75 minutes time to get to Marylebone Station. Traintime to Banbury was 11.14 p.m. The officers didn't allow me to take the tube with my bicycle. I would have been there in about 10 minutes. What followed was quite a nightmare. Cycling through central London with a bike fully packed, passing Trafalgar Square, along Oxford Street. Most people I asked for the way to Marylebone (which I only knew approximately) couldn't help me. Finally two taxi drivers were very helpful. I arrived at Marylebone 10 minutes before departure time. Arrival at Banbury was 1 o'clock. Ulla picked me up, together with Debbie from New Jersey, having been massageist at Cropredy for a long time. I left my bike at Banbury station and we rode to the Cropredy festival ground. I had arrived 2 days too early. Ulla phoned up an ec-card service in Germany so that I could block my ec card. Next problem was I didn't have an identity card anymore. Anyway I fell asleep very soon after some glasses of wine. Thanks a lot to my very good friends who had helped me get back optimism and humour. Everything would end well. Ulla borrowed money to me. Paul would have done it as well. Volker from Berlin was already there, too.
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Nach einem Frühstück in der Cafeteria von Tesco (eine Supermarktkette) in Banbury brachte mich Ulla, zusammen mit Freund Volker aus Berlin in die Stadt. Ich ging aufs Polizeirevier, und sie ließen mich alle notwendigen Telefonanrufe von dort aus machen. Nach 45 Minuten in der Warteschleife der deutschen Botschaft in London war endlich jemand dran. Er sagte mir, ich müsse persönlich vorbei kommen, 2 Passfotos mitbringen und 15 Pfund für einen sogenannten Rückkehrausweis bezahlen. Der Polizist stellte mir noch die notwendige Verlustbescheinigung aus, und jetzt fühlte ich mich wohler. Die Freundlichkeit der Leute im Polizeirevier von Banbury war ausgesprochen bemerkenswert. Wir aßen zu Mittag in einem Pub, ich schrieb meinen Bericht in einem Internetcafe, und anschließend fuhr ich mein am Bahnhof abgestelltes Rad die 8 Kilometer bis nach Cropredy. Es fiel mir gleich auf, wie spielend leicht es sich unbeladen fuhr. Das Gefährt wurde allseits bewundert und bestaunt. Wir trafen uns im "Red Lion" Pub. Mick Bullard von der seit vielen Jahren mit mir befreundeten Band Freeway Jam tauchte auch auf, und wir begrüssten uns herzlich. Ulla bestellte versehentlich ein "Pint of Paul Smith's". Paul ist zwar ein bemerkenswerter Mensch, aber ein nach ihm benanntes Bier gibt es bis dato nicht. Ulla sagte mir, beim Warm-Up Konzert am Dienstagabend hätten die Fairporter dem Publikum von mir erzählt. Ich habe immerhin 1098 km zurückgelegt, es aber am Ende nicht ganz geschafft. Es ist nicht zu ändern.
After having breakfast at Tesco's in Banbury Ulla and Volker left me at Banbury police station. They allowed me to phone up the german embassy in London for free. It would have been impossible from a public phone. 45 minutes in a queue before I could talk to somebody, who told me I would have to come to London the next day and bring 2 passport photos with me. For 15 pounds they would hand me out a so called "travel permit in lieu of passport" to be able to get back to Germany. The police officer gave me a lost property document and I felt a bit better now. By the way the friendliness of the people at Banbury police station is worth a mention. We had some lunch at a pub then, before I reported to Germany by e-mail in an internet cafe. Then I rode my bike from Banbury station to Cropredy realizing how easy cycling is, when the bike is not fully packed. Everybody had a look at it with big admiration. We met up at the "Red Lion" pub. Mick Bullard from Freeway Jam, a band I had made good friends to long ago, turned up, and we had a big hello. Ulla unsuccessfully tried to order a "pint of Paul Smith's". Paul has achieved a lot in his life already, but there is no beer named after him. Ulla told me the Fairport's had mentioned my cycling trip to the audience at the warm up gigs on monday and tuesday. I've done 1098 kilometers in the end, but couldn't make it to the final destination on bike. You can't turn back the clock though.
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Cropredy - Banbury (Fahrrad, by bike) - London (Zug, by train) - Banbury (Zug, by train) - Cropredy (Fahrrad, by bike) Morgens fuhr ich mit dem Fahrrad nach Banbury, und dann mit dem Zug nach London auf die Deutsche Botschaft, nahe Victoria Station sehr gut zufuß zu erreichen, um einen Ersatzausweis zu holen. Als ich dort nach nur 30 Minuten Wartezeit um 12 Uhr mittags fertig war, reiste ich per Zug zurück nach Banbury, von wo ich dann mit dem Drahtesel meine letzte Etappe nach Copredy hinter mich brachte. Dort kam ich fast rechtzeitig zum Beginn des großen Festivals um 16.10 Uhr an. Von Dave Pegg und Alan Thomson, und auch allen anderen, wurde ich herzlich begrüßt. Zwei Tage später brachte dann mein zur Verlosung freigegebenes Rad noch einen schönen Betrag für die Sabine Dörges Stiftung ein. Näheres weiter unten.
Early in the morning I cycled to Banbury and then took the train to London. At the german embassy, just a short walk from Victoria station, I only had to wait about 30 minutes to get my document. It was only 12 a.m. I took the train back to Banbury and then cycled the last stage of my whole trip - 8 kilometers to the festival, and I almost arrived in time at 4.10 p.m. Dave Pegg and Alan Thomson, and all the others as well, welcomed me a lot. Two days later my bicycle drew 220 pound sterling for the Sabine Dörges Society in aid of childhood cancer. More below !
Bericht
von Cropredy 2005
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Fahrrad
brachte bei Verlosung 220 Pfund (ca. 330 Euro) für
Sabine-Dörges-Stiftung
Bicycle
has been raffled for 220 pound sterling being donated to the
Sabine
Dörges Stiftung
Die Verlosung des
Fahrrads, mit dem ich die 1.100 km-Tour nach England unternahm, brachte
bei der Verlosung auf dem
Festivalgelände
in Copredy stolze 220 Pfund ein. Das sind ca. 330 Euro !
Am Mittwoch, den
10.August 2005 kam ich mit dem Fahrrad, bzw. aufgrund von
abenteuerlichen
Umständen mit dem Zug bzw. dem Auto am Ziel in Cropedy an.
Bitte unterstützt meine Aktion durch eine kleine Spende an die
"Sabine-Dörges-Stiftung
für krebskranke Kinder und Jugendliche"
Kreissparkasse
Ludwigsburg
Bankleitzahl:
604 500 50
Kontonummer:
14 79 56
Stichwort:
Aktion Walter Heger
Mehr über die Sabine Dörges Stiftung
The raffle tickets for the bicycle I rode 1.100
kilometers from Stuttgart
to England in 12 days, being sold by the Katharine House Hospice
at Cropredy have raised 220 pound
sterling.
On wednesday 10th August I arrived at Cropredy with my bicycle after
having experienced adventurous
circumstances.
Read the diary below "!
If you want to support my journey please donate to
"Sabine-Dörges-Stiftung
für krebskranke Kinder und Jugendliche"
Bank:
Kreissparkasse Ludwigsburg
Bankleitzahl:
604 500 50
Kontonummer:
14 79 56
Reason
for donating: "Aktion Walter Heger"
More
about the Sabine Dörges Stiftung (although in German)

Die Aktion hat im Internet und in der
LKZ
(siehe oben) bereits großartige Resonanz hervorgerufen.
Fairport Convention will mich mit
Fahrradkleidung,
die die Aufschrift
"Over the next hill ... Stuttgart -
Cropredy"
trägt, unterstützen.
My journey was
reason
for my local newspaper to write about it.
Karten-
und Buchspende aus England eingetroffen
Book
donated from England
Am Dienstag,
12.April
trafen aus England Radkarten und ein Buch über "Sustrans", eine
Gesellschaft,
die den
Ausbau des
Radwegenetzes
in England fördert, ein. Die Spenderin hatte sich aufgrund meiner
Bekanntgabe im "Talk
Awhile" Forum gemeldet. Dort findet Ihr unter dem Stichwort
"Cycling to
Cropredy"
Beiträge.
On April 12th I
got a little package with cycling maps and a book about "Sustrans", a
societey
which supports
cycling
in England. The gifts came from "Katy's Mum" at the Talk Awhile forum.
Seit 1.Mai im Besitz des "Green Arrow" / New bike since May 1st
Dank Kollegin
Angelika
Reber ist unser Pressewart jetzt stolzer Besitzer eines "grünen"
18-Gang Alurads
von Kettler, das ihm bereits ausreichend Gelegenheit gegeben hat,
auch bergige
Strecken
mühelos zu bewältigen.
Thanks to my
colleague
Angelika I'm proud to own an 18-gear Alu bike by Kettler now.
It enables me to
climb all the hills much better.
+++
2000 Kilometer Training / Rehearsals have reached the 2000 km mark
Am 11.Juli
überschritt
ich mit meinen Trainingsfahrten in diesem Jahr die 2000 Kilometer-Marke.
Kurz vor
Neckargröningen
machte ich einen Stopp und genoß im wahrsten Sinne des Wortes
eine
Zigarette.
Wer das nicht
nachempfinden
kann, fährt einfach mal ein paar Wochen mit mir mit.
On July 11th I
reached
the 2000 km mark of my rehearsals for Cropredy 2005.
I stopped and had
a very enjoyable cigarette then on the banks of the Neckar river.
Everybody who can't
follow me with this should join me next time for a few weeks.
Es ist ein
besonderer
Nebeneffekt,
welch schöne
Ecken man sieht, wenn man per Fahrrad unterwegs ist.
Das zeigen die Fotos
meiner Trainingsfahrten.
Einfach hier
klicken !
When rehearsing
during
the last few months I always took photographs.
And you can see
beautiful sceneries when you're cycling through the country.
Have
a look
Tolle Nachrichten - großzügige Spende / Great News - generous donation
Am
heutigen 12.Juli gibt es tolle neue Nachrichten zu vermelden: Die
Geschäftsführung der Firma,
für
die ich "mein Brot" verdiene, die Vivento Customer Services, teilte mir
mir mit, sie werde meine
Aktion
durch eine Spende in Höhe von 500,- EUR an die Sabine Dörges
Stiftung unterstützen.
Außerdem
wird mir eine Übernachtungsmöglichkeit in einem Hotel in Bad
Godesberg, dem Sitz
meiner
Firma, gesponsert. Das ist eine großartige Sache und ist eine
Extra-Motivation
für mich.
There's
great news today on tuesday, July 12th: the secretary of the executive
management of
the
company I work for, Vivento Customer Services, informed me that they're
gonna donate 500,- EUR
for
the childhood cancer foundation I'm doing this for. Additionally they
sponsored
a night in a hotel
in
Bad Godesberg for me. That's really great, and it's an extra motivation
for me.