|
oder: "It's not a horse, it's a cow" updated 12.08.2009 Friday 13th Blazing Homesteads
Ein historisches Bild:
Don Backhurst, bekannt als "the Indian chief",
Saturday 14th Barrage
|
Wieder einmal ein Ereignis ohnegleichen war das Cropredy-Festival 1999. Es ist müßig, Höhepunkte aufzählen zu wollen. Fairport selbst ließen wieder einmal (standesgemäß) ein euphorisches Publikum zurück - und das bei am Ende guten Wetter. Ergreifend war es, den "Vollblutmusiker" schlechthin, Dave Swarbrick, zu erleben. Mit welcher Hingabe er, trotz unübersehbarer gesundheitlicher Probleme, spielte, trieb wohl nicht nur mir Tränen der Ergriffenheit in die Augen. "Swarb" trat zusammen mit Kevin Dempsey und mit Fairport für die Hälfte des "Full House"-Albums, sowie zwei weitere ältere Nummern, auf. Mit dem für ihn typischen Humor kündigte er für Ende August "seinen ersten Folkclub-Gig seit seinem Tod an"an.
Blazing Homesteads
Einheizer am ersten Tag waren dieBlazing Homesteads, eine gute Folkrock-Band um Sängerin Christine Franey und Fiddler Mark Mitchell. Mit It ain't gonna rain versuchten sie, den Wettergott zu beschwören, was leider nichts nutzte.
+++
Blazing
Homesteads
Chris While & Julie Matthews
Herrlichen Duettgesang und unterhaltsame Zwischenansagen boten die Ex-Albionfrauen Chris While & Julie Matthews. Gast für White water running war Chris Leslie. Sie boten rockige Nummern im Stile von Go north und wunderbare Slowsongs, wozu auch ein sehr gelungenes Cover des Sixties-Hits I only wanna be with you gehörte. Special guest war Kellie While, die mittlerweile zur Albion Band zurückgekehrt ist, und mit dieser auch im Jahr darauf nach Deutschland kam. Zusammen mit ihrer Mutter intonierte sie In the light of my mother's eye.
Julie
Matthews
Mutter
und Tochter: Chris & Kellie While
Kellie
While
Jacqui Mc Shee's Pentangle
Jacqui Mc Shee's
Pentangle, mit Gerry
Conway am Schlagzeug, boten einen klanglich
sphärischen, jazzig angehauchten Set.
"Cosmic guest" war
Ric
Sanders, welcher kommentierte: "Aren't
they fantastic, I'm a fan". Das Programm
bot auch alte Klassiker wie
House carpenter.
Gast bei der zweiten Zugabe war David Hughes.
Dave Swarbrick & Kevin Dempsey
Anschließend kamen Dave Swarbrick & Kevin Dempsey, demnächst unter dem Namen COFA auf Tour, auf die Bühne. Die besorgten Blicke des Publikums schweiften außer auf den besorgniserregenden Zustand Swarbricks auch in Richtung der nun stetig vorüber ziehenden dunklen Wolken. Die Musik war akustischer Folk von instrumental erster Güte.

Zum Programm gehörte auch My heart's in New South Wales, eine Komposition Swarbricks über seine Zeit in Australien, und The watches of my wives, wozu er sich witzige Bemerkungen über seine Verflossenen nicht verkneifen konnte. Sehr viel Anstand bewiesen die anwesenden Fotografen (auch "Forever Young"), die es vermieden, Fairports Fiddle-Idol beim Benutzen des bereit stehenden Atemgeräts abzulichten.
Trotz
Krankheit spürt man: dieser Mann ist ein Vollblutmusiker
Dylan Project
Erster rockiger Höhepunkt war das Dylan Project, verstärkt durch Gerry Conway und den Tasten-Crack John "Rabbit" Bundrick. Der Highlights gab es viele, insbesondere die herrlichen Slide-Soli von P.J. Wright, oder auch, wie er in Down in the cove seine Dobro einsetzte. Just like a woman ist laut Simon Nicol "our second favourite Dylan song". Zum treibenden Reggae-Groove von You gotta serve somebody sangen große Teile des Publikums den Text mit.
Nobody
sings Dylan like Gibbons
P.J.
Wright, nicht nur an der Pedal-Steel
Als Steve Gibbons
ansagte:
"the next song is from Infidels,
it's called When The Ship Comes In", fragte
man sich, ob das denn
nun ein Affront
gegenüber Dylan sei, denn bei geschlossenen Augen hört es sich
an (es findet sich auf der später veröffentlichten
Live-CD
des Konzerts), als sage hier jemand seinen eigenen Song an. Aber ihr wisst
ja: "nobody sings Dylan like Gibbons".
Der Siedepunkt der
Stimmung wurde bei dem mächtigen Bluesrocker Highway
61 revisited und der darauf folgenden
ersten
Zugabe Like
a rolling stone
erreicht. Chris Leslie
und Ric Sanders
waren mit auf die Bühne gekommen.
Ric
Sanders & P.J. Wright
"Rolling stone" ging
nahtlos über in Twist and shout,
und spätestens jetzt konnte niemand mehr still stehen.
Richard Thompson Band
Als die Richard Thompson
Band antrat, und der Meister selbst den ersten Akkord anschlug, öffneten
sich die Himmelspforten. Fast zwei Stunden lang regnete es wie aus Kübeln,
doch dies' tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Band spielte einen grandiosen
Set, der mit vier für die neue Platte vorgesehenen, vielversprechenden
neuen Stücken eingeleitet wurde. Sohn Teddy
Thompson agierte an der Rhythmusgitarre eher
unauffällig. Pete Zorn
an diversen Instrumenten war spielfreudig wie immer, und Danny
Thompsons
treibende Bassläufe
ließen dank der Abmischung des Mixers das Blut des Publikums rhythmisch
in Wallung geraten. Tear stained letter
wurde auf fast 10 Minuten ausgebaut, mit nicht enden wollenden Gitarrensoli
und einer aussetzenden Band, die dem Publikum
Gelegenheit zum
Alleinsingen gab. Erste Zugabe war 1952 Vincent Black Lightning mit einem
veränderten Text, der auf die nähere Umgebung Cropredys zugeschnitten
war. Eine sehr guten Eindruck machte der dunkelhäutige Drummer Michael
Jerome aus Dallas, Texas. Gast an der Mundharmonika
war Julian Dawson.
Richard
Thompson schlug den ersten Akkord und die Himmelspforten öffneten
sich
++
Sohn Teddy Thompson war auch dabei - rechts Allrounder Pete
Zorn
der
nicht verwandte Danny Thompson zupfte einen flotten Darm
eine
Neuentdeckung für Schlagzeugfreaks: Michael Jerome aus Dallas
Wie bestellt, endete
direkt nach Thompsons Gig der Regen, und es stand noch die kanadische Formation
Barrage
auf dem Programm. Die Hälfte des Publikums verhielt sich anständig
und jubelte der gut einheizenden 10-köpfigen Combo, mit sechs Geigen,
zu. Ihre Mischung aus Folk, Texas Swing und Rock, unter anderem eine großartige
Version von Ghost riders in the sky,
konnte begeistern.
Am Samstag durften
sie um 13.00 Uhr als erste Band noch einmal ran.
2. Tag
Am zweiten Tag trat man mit wasserfesten Schuhen und anders gekleidet an, und vielleicht besserte sich gerade deshalb das Wetter. Den am Tag zuvor entstandenen Schlamm auf dem Gelände nahm man billigend in Kauf.
Meet
on the mud
Barrage
Barrage:
clappin', reelin', fiddlin' etc.
2
von 7 Fiddler/innen
auch
gesanglich überzeugte Barrage
++
sind
sie nicht süß ?
Anna Ryder
Schon um 13.00 Uhr war das Feld fast zur Hälfte gefüllt. Anna Ryder trat nach Barrage auf, und ihr Set litt unter der Tatsache, daß das Publikum sich noch nicht so recht nahe vor die Bühne wagte, wo die Platzverhältnisse am schlimmsten waren. So entgingen den meisten wichtige Elemente ihres Vortrags.
Paul Mitchell Band
Ansprechenden Mainstream-Rock bot die Paul Mitchell Band mit Maartin Allcock an Keyboards und Pedal-Steel. Der Spitzname des Drummers ist "Gig", und er wurde angesagt mit den Worten "the artist formerly known as concert". Interessant war ihre Coverversion von Hoyt Axtons Angelina. Mittlerweile waren sommerliche Temperaturen bei Sonnenschein eingekehrt, und man konnte sich gar, zufrieden der Musik lauschend, zum Bräunen hinlegen. Die Zufahrtswege für Lieferanten und Musiker waren mit Stroh ausgelegt worden.
Ralph Mc Tell
Als Ralph Mc Tell auf die Bühne kam, fing es zwar furchtbar, aber zum Glück nur kurz, zu giessen an. Mc Tell titulierte das ausharrende Publikum als "you're heroic". Die Leute dankten es ihm durch lautstarkes Mitsingen bei seinen vielen Klassikern, wozu auch Streets of London, Michael in the garden und der Zimmerman Blues gehörten.
Robbie Mc Intosh Band
Die Robbie Mc Intosh Band bot zwei Stunden lang eine gute Mischung aus treibendem Blues- und Countryrock, und der Chef an der Gitarre, sowie Promi-Basser Pino Palladino, glänzten instrumental.
++++++++
Robbie
Mac Intosh
++
Pino
Palladino, geandioser Bassist - Mark Feltham, Ex
Nine Below Zero
Melvin
Duffy spielte gar nicht countrymäßig
Der Set von Maddy Prior entging mir leider fast völlig, da ich Miranda Ward traf, die Ex-Freundin von Sandy Denny, in deren Haus letztere seinerzeit die Treppe hinunterstürzte, ehe sie im Krankenhaus verstarb. Miranda Ward zeigte mir Originalfotos von Sandy Denny und stellte mich Tochter Georgia Denny, für die Dave Swarbrick so etwas wie der zweite Vater ist, vor.
FAIRPORT CONVENTION
von
Fairport gibt's außer diesem Ausschnitt aus dem Banbury Guardian
leider kein Foto
Rechtzeitig zum Auftritt
Fairports war der Himmel fast wolkenlos, und die Stimmung wunderbar. Ohne
großartige Ansage fingen sie an. Nach einigen Stücken, die auf
dem nächsten Album zu finden sein werden, kam Steve
Ashley als Gast, und sie spielten das wunderschöne
Fire
and wine. Auch die Mädels der Tom
Connelly Dancers präsentierten sich,
unterstützt von Fiddler Tom Leary
und Akkordeonist Gareth Turner,
wieder dem Publikum. Jerry Donahue
spielte The encounter
und bat dann seine Tochter Kristina Donahue
auf die Bühne,
die Richard Thompsons I wish I was a fool
for you vortrug. Grandios war es wie bei
Around
the bend sich Jerry Donahue und Maartin
Allcock mit den Gitarrensoli abwechselten.
Tosender Beifall begrüßte
Dave
Swarbrick, der für eine gelungene Version
von
Polly on the
shore antrat. In rasantem Tempo zeigte
er dann bei The hen's march ...,
daß man auch in seiner Verfassung zu Höchstleistungen imstande
ist. Doch damit nicht genug: Später kam es noch zur oben schon
erwähnten Wiederbelebung des "Full House" - Materials. Zwischendurch
überzeugte Chris Leslie mit
einer seiner vielversprechenden neuen Kompositionen, The
dancer.
Maddy Prior,
unterstützt von Jacqui Mc Shee
und Maartin Allcock
am Kontrabass sang Deep in the darkest
night. Vor dem erneuten Auftritt
Swarbricks brachte Fairport eine der beliebtesten neuen Nummern, Rocky
road. Zu Dirty
linen, jenem aberwitzig schnell gespielten
Medley, das alle Beteiligten zu Höchstleistungen fordert, steuerte
Bruce
Rowland Perkussion bei. Als perfekte Richard
Thompson Band glänzte Fairport bei When
I get to the border,
Waltzing's
for dreamers und em alles zum Kochen bringenden
Crash
the party. Daß die nun wieder alleingelassenen
Fairporter darauf das schnelle Instrumental Royal
Seleccion No.13 folgen ließen, zeugt
von gutem Spürsinn. Close to you
war die letzte ruhige Nummer, ein hitverdächtiger Beitrag Chris
Leslies. Dangerous,John
Gaudie,Matty Groves / Rutland Reel / Sack
the juggler und das unvermeidliche
Meet
on the ledge bildeten den adäquaten
Abschluß eines wieder einmal perfekt durchgeführten Festivals.
Lediglich der Bierpreis von 2.50 Pfund stieß ein wenig sauer auf.
Fairport Setlist 1999:
1. Still A
Mystery
2. Good Fortune/Four
Tunes
3. Banbury
Fair
4. The Wood
And The Wire
5. Fire And
Wine - Steve Ashley
6. Close To
The Wind - Maart
7. The Dragonfly/Jake's
Jig - Tom Leary, Gareth Turner, Tommy Connolly Dancers
8. Crazy Man
Michael
9. Naked Highway
Man
10. Pockets
On Fire - annA rydeR
11. Sailing
Boat - annA rydeR
12. First
Encounter - Jerry Donahue, Maart
13. For The
Shame Of Doing Wrong - Kristina Donahue, JD, Maart
14. Around
The Bend - Jerry Donahue, Maart
15. Polly
On The Shore - Jerry Donahue, Swarb
16. The Hen's
March - JD, Swarb
17. The Dancer
18. The Hiring
Fair
19. Some Old
Salty - Maddy Prior, Jacqui McShee
20. Deep In
The Darkest Night - Maddy Prior Jacqui McShee Maart
21. Bowman's
Retreat
22. Rocky
Road
23. The Woodworm
Swing
24. Walk Awhile
- RT, Swarb
25. Sloth
- RT, Swarb
26. Dirty
Linen - RT, Swarb
27. When I
Get To The Border - RT
28. Waltzing's
For Dreamers - RT
29. Crash
The Party - RT
30. Royal
Seleccion #13
31. Close
To You
32. Danqerous
33. John Gaudie
34. Matty Groves/Rutland
Reel/Sack The Juggler
36. MOTL