Mundy-Turner
(der folgende Text wurde ursprünglich als Vorankündigung für Cropredy 2002 geschrieben)

Aktualisiert durch News + Fotos am 23.05.03

Der Name steht für Catherine Mundy und Jay Turner. Die beiden leben in Brisbane, Australien. Beide haben sehr ausdrucksstarke Stimmen. Jay ist außerdem ein sehr versierter Gitarrist, während Catherine Violine und Piano spielt, wobei sie sowohl durch Klassik als auch Rock und Folk beeinflusst ist. Ihre Auftritte sind stets durch witzige Zwischenansagen geprägt.
Der Engländer Jay Turner, ein alter Weggefährte von Ric Sanders, flog im Januar 1995 zu einer Tournee nach Australien. Auf dem dortigen "Port Fairy Festival" lernte er Catherine Mundy kennen. Die beiden lernten sich als Musiker schätzen, die aus verschiedenen Richtungen kamen. Sie begannen, gemeinsam aufzutreten, und es dauerte auch nicht lange, bis sie heirateten. 20 Monate lang lebten sie in dem von tropischem Klima beherrschten Cairns in Nordaustralien.
Dort gaben sie unzählige 4x45 Minuten-Konzerte in lokalen Clubs, was ihr Zusammenspiel mehr und mehr festigte. Auch im Theaterbereich sind die beiden aktiv.
1997 traten sie auf der Australien-Tour der irischen Pop/Folk-Band The Corrs auf, und erhielten viel Beifall. Ihr Album "High Life" wurde 1999 zum "Best Folk / Ethnic Album" gekürt.

Ihr aktuelles Album ist im folgenden besprochen.
Eine Live-CD ist in Planung.

(Mundy-Turner in Cropredy 2002, Foto courtesy of Steve White)



 
 

Die letzte Neuigkeit ist, daß Mundy-Turner vom 29. Januar bis 29. Februar 2004 das Vorprogramm bei Fairports Winter-Tour bestreiten werden. 
Für Cropredy 2004 sind sie ebenfalls bereits jetzt gebucht.

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Mundy-Turner - Naked
(GYPSY RECORDS  gypc 010,  2000)

Cath Mundy und Jay Turner sind ein Beispiel dafür, daß musikalische und private Ehen auch zusammen sehr gut funktionieren können. Für ersteres liefert die Musik dieser CD den Beweis, und das Cover deutet darauf hin, daß auch letzteres sehr harmonisch ist.  Jay Turner ist einigen vielleicht durch seine Zusammenarbeit mit
Ric Sanders und Chris Leslie auf seinem Album "Atmavictu" von 1991 bekannt, auf dem auch Anna Ryder mit ihrem French-Horn mitwirkte. Wunderbaren Kontrabass auf dieser Scheibe spielte Bernard O'Neill, Stammbassist des kürzlich tragisch verstorbenen John B. Spencer.
1991 bestritt Jay Turner auch das Vorprogramm der Fairport-Winter-Tour.

Die erste Nummer der mit seiner Partnerin aufgenommenen CD, "Tan-Y-Lyn" verbreitet eine sphärische Stimmung, mit drohnenhafter Violine und "tibetanischen Gebetsglocken". Jay Turner gibt zu den Stücken jeweils an, wie seine Gitarre gestimmt war. Hier ist es G-Moll.
"Naked", der Titelsong, ist geprägt von einem wunderbaren Akustikgitarren-Arpeggio und den Stimmen von Jay Turner und Cath Mundy in perfekter Harmonie.
"Georgia, A Ladder To The Sky" und sein Slide-Gitarren-Part erinnern stark an die besten Scheiben eines Leo Kottke. Aber die beiden können zweifellos besser singen als Kottke.
"A Hot Day" ist ein sehr schönes, simples Instrumental von Akustikgitarre und Violine.
"This Town" kommt mit einem schmissigen Riff auf der akustischen Gitarre und strahlt mit seinem leichten Cajun-Touch ein positives musikalisches Gefühl aus. Der Refrain animiert zum Mitsingen, wobei allerdings der Text, der von einem Arbeitslosen handelt, welcher aber seine Heimatstadt trotzdem nicht verlassen will, keineswegs positiv ist. Fazit des Stücks ist, daß man dort bleiben soll, wo einem ein Leben lang Freundschaft und Liebe entgegengebracht wurde.
In der Schlußzeile heisst es: "Lass' die Zukunft einfach auf Dich zukommen!"
"Separation Street" ist ein gesangliches Highlight von Cath Mundy, sehr melodiös und up-tempo, textlich von einer alten Strassenbahn in Melbourne handelnd.
Die Violine erzeugt hier nicht zum ersten Mal ein gewisses Cajun-Feeling.
"Jaydogs" liefert den Beweis, daß auch akustische Duo-Musik von Violine und Akustikgitarre rhythmisch zum Tanzen anregend sein kann.
"Katoomba-Deh" mit seinem Sing-Along-Charakter, ist mein Lieblingsstück auf dieser Scheibe.
"You're No Angel", mit Slide-Gitarre und süßlicher Violine bietet zum Abschluß eine neue musikalische Variante und hat ein eher countrybluesiges Flair, fast schon wie in entsprechenden Stücken auf  "Sticky Fingers" von den Stones.

(nochmals Mundy-Turner in Cropredy 2002, Foto courtesy of Steve White)

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