Die Pogues als Kontrast zu den traditionellen Dubliners wären wohl zuviel des Guten gewesen, zumal Dave Pegg diese Band ja sowieso nicht leiden kann. Er hat sie mal in einem Wortspiel als "The Men They Should Have Hung" bezeichnet. Die Oysterband sind auf jeden Fall die bessere Alternative. Sie haben zwar auch eine leicht punkige Attitüde, zeitigen aber garantiert ein gesitteteres Benehmen als die Pogues. Danach ging Cathy zur Albion Band. Auf "Wide Blue Yonder" (1987), produziert von Clive Gregson, coverte die Band Nick Lowe's "The Rose Of England"; später machten sie das Gleiche mit New Order's "Love Vigilantes". Ihre Version des amerikanischen Klassikers "I Fought The Law" zählt für mich zu den Höhepunkten britischen Folk-Rocks. Die Oyster Band bringt vor ihrem Auftritt in Cropredy eine lange Tournee durch Europa hinter sich. Sie werden direkt vom "Sidmouth Festival" nach Oxfordshire kommen. Ian Telfer, Fiddle und Concertina, geboren in Falkirk und aufgewachsen in Aberdeen, jobbte sich nach wenig erfolgreichem Studium als "überqualifizierter Skinhead" durch's Leben, ehe die Musik sein Leben rettete. Nachdem er mit dem schon erwähnten Top-Hit viel Geld verdient hatte, gründete er zusammen mit Sänger und "Quetschen-Spieler" John Jones die eher traditionelle, noch wenig rockige "Oyster Ceilidh Band". Er wurde in Aberystwyth in Wales geboren, wuchs aber in Yorkshire auf. Sein familiäres Umfeld machte aus ihm einen politisch interessierten, sich stark für Gerechtigkeit einsetzenden Menschen. Er hasst die Torys. Neben Musik ist Fussball seine große Liebe. In Exeter studierte er Politik und Soziologie; später war er eine Zeit lang Englischlehrer, ehe er Ian Telfer kennenlernte (s.o.). Musik wurde sein Beruf. Mittlerweile lebt er wieder in der Nähe von Wales und bemüht sich, wallisisch zu lernen. "Chopper" (Ray Cooper), Bass und Cello, Sohn einer schottischen Mutter und eines englischen Vaters fing mit 14 Jahren an, Bass zu lernen, weil zwei seiner Kumpels noch ein Bassist für ihre Band fehlte. Beeinflusst von Blues, Folk-Rock, amerikanischer psychedelischer Musik, aber auch durch Velvet Underground und Iggy Pop, stellten sie plötzlich fest, daß sie Punkmusik machten. Später ging er in Brighton auf die Kunstakademie, verließ diese aber vorzeitig, schloß sich einer Punkband namens Amazorblades an und kaufte sich irgendwann ein Cello. Dann musizierte er eine Weile mit alten Freunden, die später 3 Mustaphas 3 gründeten. 1988 kam er zur Oyster Band. Alan Prosser, Gitarrist, einst neben anderen auch mit der Albion Band zusammenarbeitend, verließ vor vielen Jahren die Kent University und schlug sich als Pizzabäcker und "Minnesänger" durch. Gerüchten zufolge erfand er als Koch die Bolognese-Sauce mit Bananengeschmack. Alan ist seit Beginn Mitglied der Oysters. Drummer Lee Partis stammt aus Romford, Essex. Als er Frank Zappa, Jean Paul Sartre und Hedonismus kennenlernte, beschloß er Geld für einen Umzug nach San Francisco zu sparen. Zum Schlagzeug kam er dann eher zufällig, weil es auf einer Party das einzige Instrument war, zu dem sich bei einer Jam-Session niemand begab.Lee machte ein Album mit Kirsty Mac Coll und hatte mit ihr einen Auftritt bei "Top Of The Pops"; auch zur Band von Jah Wobble gehörte er eine Zeit lang. Danach glaubte er jahrelang, spirituell werden zu müssen ("Tai Chi"), machte keine Musik mehr, heiratete und wurde Vater. Dann rief ihn "Chopper" an, und von da an änderte sich sein Lebenslauf wieder. |
Nachfolgend CD-Besprechung (en)
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(RUNNING MAN RECORDS RUNMAN CD 101, 1999) Mit dieser CD zeigen die Oysters nicht zum
ersten Mal, daß sie sich nicht in der Folk-Rock-Schublade verkriechen
wollen. Bisweilen fehlt die Aufmüpfigkeit früherer Tage, aber
das ist bei dem vorhandenen musikalischen Niveau verzeihbar. Für mich
sind sie immer noch die positive Alternative zu den Pogues.
Außerdem haben sie sich ja schon früher bei anderen Musiksparten
bedient, so etwa, als sie 1989 "Love Vigilantes" von New
Order coverten.
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