Eddi Reader, die bei ihrem letzten Auftritt
in Cropredy vor zwei Jahren einen sehr abwechslungsreichen Auftritt mit
vielen Gästen hatte, bietet mit ihrer neuen CD Musik zum Entspannen,
wobei ich es bedauere, keine Texte vorliegen zu haben.
Ihre Stimme ist natürlich das Qualitätsmerkmal
dieser CD schlechthin.
Mit dabei ist Eddi Readers langjähriger
musikalischer gefährte Boo Hewerdine.
"Old Soul" wird dahingetrieben von
einem dronenhaften, anhaltenden Ton und indisch anmutender Percussion.
Die Stimmung versetzt den Hörer fast in Trance, und Eddi's Stimme
schleicht sich in Deine Ohren, und fängt Dich ein.
"Sarasota" ist eine simple, von der
Akustikgitarre begleitete Folkballade.
"Meantime" verbreitet Mollstimmung,
die an ähnlich geartete Stücke von Richard
Thompson erinnert. Instrumental ansprechend sind der vertrackte,
zurückhaltende Rhythmus der Drums und die sanften Keyboardsounds.
"Curragh Of Kildare" ist eine Ballade,
und man hört ständig die Finger über die Stahlsaiten der
akustischen Gitarre rutschen.
"Good Girl" ist mein Lieblingsstück
dieses Albums. Die Akustikgitarre ist sehr schön gespielt, hinzu kommen
Slide-Gitarre und ein warmer Bass-Sound (Tim
Harries), getragen von einem schaukelnden
Rhythmus des Schlagzeugs (Roy Dodd).
Die Stimme von Eddi Reader erinnert mich
hier stellenweise stark an die leider im Moment nicht oft auftretende Sally
Barker.
"Wasting Time", von Steel-Gitarre
geprägt, verbreitet die Stimmung eines faulen Nachmittags auf der
Veranda irgendwo in den Südstaaten der USA.
Eddi gelingt es, ihre Stimme so zu phrasieren,
das sie glattweg als alter Hase der amerikanischen Country-Szene durchgehen
könnte. Bekanntlich ist sie ja ein großer Fan von Hank
Williams.
"Paper Wings" schlägt in die
selbe Kerbe und lässt den Zuhörer in eine entspannte Stimmung
verfallen. Das melodieführende Instrument: ist das etwa ein
Mellotron?
"Holiday" ist dann wieder eine Nummer,
bei der die komplette Band zum Einsatz kommt. E-Gitarre und Melodeon sind
sehr effektvoll eingesetzt, und die Rhythmusgruppe groovt angenehm.
"Small Soul Sailing", in atmosphärischer
Stimmung, besticht durch ein wunderbares Gitarrensolo von Johnny
Scott.
"New Pretender", von Vibraphon (so
klingt's zumindest) und Akustikgitarre eingeleitet, kommt im 3/4-Takt daher.
Eddi besticht durch variablen Einsatz ihrer Stimme.
"Forgive The Boy" ist wieder so eine
ganz ruhige Nummer, geprägt von Arpeggios auf der akustischen Gitarre
und leiser Steel-Gitarre.
Das letzte Stück, "Everything",
ist die einzige Uptempo-Nummer des Albums, tanzbar mit Cajun-Flair und
feinem Solo auf dem Melodeon.
Eddi Reader wird auf jeden Fall in Cropredy das Publikum wieder auf ihrer Seite haben. Ich bin gespannt, ob sie zusammen mit ihrer gut eingespielten Band auftritt.
(Website: www.eddireader.com )