Eddi Reader - Driftwood
(Eddi Reader  ERCD 002)

Eddi Reader, die bei ihrem letzten Auftritt in Cropredy vor zwei Jahren einen sehr abwechslungsreichen Auftritt mit vielen Gästen hatte, bietet mit ihrer neuen CD Musik zum Entspannen, wobei ich es bedauere, keine Texte vorliegen zu haben.
Ihre Stimme ist natürlich das Qualitätsmerkmal dieser CD schlechthin.
Mit dabei ist Eddi Readers langjähriger musikalischer gefährte Boo Hewerdine.
"Old Soul" wird dahingetrieben von einem dronenhaften, anhaltenden Ton und indisch anmutender Percussion. Die Stimmung versetzt den Hörer fast in Trance, und Eddi's Stimme schleicht sich in Deine Ohren, und fängt Dich ein.
"Sarasota" ist eine simple, von der Akustikgitarre begleitete Folkballade.
"Meantime" verbreitet Mollstimmung, die an ähnlich geartete Stücke von Richard Thompson erinnert. Instrumental ansprechend sind der vertrackte, zurückhaltende Rhythmus der Drums und die sanften Keyboardsounds.
"Curragh Of Kildare" ist eine Ballade, und man hört ständig die Finger über die Stahlsaiten der akustischen Gitarre rutschen.
"Good Girl" ist mein Lieblingsstück dieses Albums. Die Akustikgitarre ist sehr schön gespielt, hinzu kommen Slide-Gitarre und ein warmer Bass-Sound (Tim Harries), getragen von einem schaukelnden Rhythmus des Schlagzeugs (Roy Dodd).
Die Stimme von Eddi Reader erinnert mich hier stellenweise stark an die leider im Moment nicht oft auftretende Sally Barker.
"Wasting Time", von Steel-Gitarre geprägt, verbreitet die Stimmung eines faulen Nachmittags auf der Veranda irgendwo in den Südstaaten der USA.
Eddi gelingt es, ihre Stimme so zu phrasieren, das sie glattweg als alter Hase der amerikanischen Country-Szene durchgehen könnte. Bekanntlich ist sie ja ein großer Fan von Hank Williams.
"Paper Wings" schlägt in die selbe Kerbe und lässt den Zuhörer in eine entspannte Stimmung verfallen. Das melodieführende Instrument:  ist das etwa ein Mellotron?
"Holiday" ist dann wieder eine Nummer, bei der die komplette Band zum Einsatz kommt. E-Gitarre und Melodeon sind sehr effektvoll eingesetzt, und die Rhythmusgruppe groovt angenehm.
"Small Soul Sailing", in atmosphärischer Stimmung, besticht durch ein wunderbares Gitarrensolo von Johnny Scott.
"New Pretender", von Vibraphon (so klingt's zumindest) und Akustikgitarre eingeleitet, kommt im 3/4-Takt daher. Eddi besticht durch variablen Einsatz ihrer Stimme.
"Forgive The Boy" ist wieder so eine ganz ruhige Nummer, geprägt von Arpeggios auf der akustischen Gitarre und leiser Steel-Gitarre.
Das letzte Stück, "Everything", ist die einzige Uptempo-Nummer des Albums, tanzbar mit Cajun-Flair und feinem Solo auf dem Melodeon.

Eddi Reader wird auf jeden Fall in Cropredy das Publikum wieder auf ihrer Seite haben. Ich bin gespannt, ob sie zusammen mit ihrer gut eingespielten Band auftritt.

(Website:  www.eddireader.com )