Schon das Cover ist herrlich altmodisch.
In Cropredy 2003 erwiesen sich die Bucket Boys als eine Art Supergroup,
die niemand kennt. Live sind sie natürlich
viel besser als auf dieser CD, die nichtsdestotrotz das Feeling des
gutgelaunten Jammings gut herüberbringt.
Die Einstiegsnummer Get rhythm,
einst ein Hit für Johnny Cash,
später kompentent gecovert von Ry
Cooder, ist der richtige Stimmungsmacher. Herrlich die doppelte
Leadgitarrenarbeit von Bertie Bucket alias
Tim Renwick, sowie Skeeter Bucket alias
Steve Turner,
der wunderbare Slide spielt. Jelly
roll, eigentlich ein Slow-Blues, wird von den Jungs etwas
schneller gespielt.
Es ist eine echte Blues-Jam, bei der alle
Beteiligten hörbar Spaß haben. Ein Solo auf der Akustikgitarre
lässt
einen mit der Zunge schnalzen.
Boat
out to the sea ist eine launige Mitschnipp-Nummer, die
auch in Cropredy,
mit aktiver Mitwirkung von Dave
Pegg, sehr gut ankam. Busted,
der alte Ray Charles Hit, wurde
stilistisch total umgekrempelt. Es gibt
wieder zwei wunderbare Gitarrensoli von Tim Renwick
alias
Bertie Bucket
und Turner, und dann ist da diese ständig wiederkehrende Hookline
zum Mitsummen.
Hier wird unüberhörbar nicht
nur gecovert, sondern volle Spielfreude mit eingebracht. Graveyard
ship
könnte durchaus von einem der frühen
C.C.R.-Alben entnommen - also absolut nichts
Schlechtes.
Es folgt ein langsamer, unwiderstehlich
cool interpretierter, Blues im Stile von J.J. Cale namens Rain
down tears.
"You say you're leaving, you ain't
comin' back. It's gonna rain down tears, you need a shelter somewhere".
Man of mystery
hat eine ins Ohr gehende Melodie, die mich an irgendetwas Altes erinnert.
Mir fällt aber
nicht ein, was. Guitar
man war eine der besten späteren Aufnahmen von Elvis
Presley - in den 60'ern.
Ein Gitarrensolo jagt das andere, und
wer hier als Gitarrenliebhaber unbeeindruckt bleibt, muß krank sein.
Across the borderline
ist die erste Ballade der CD. Nicht schlecht, aber nicht viel mehr als
ein
Lückenbüsser nach meiner Meinung.
Little
sister ist dann wieder Rock'n Roll-Spaß pur.
Das Stück, ursprünglich von
Elvis Presley, wurde oft gecovert, u.a. von
Robert Plant
(auf "Concert For Kampuchea"), und auch
in Deutschland von Ted Herold in einer witzigen
Interpretation.
Inspiriert wurden die Bucket Boys mit
ihrer sehr Version aber wohl von
Ry Cooders
Fassung auf dem Anti-Atomkraft-Set
"No Nukes" von 1979. Wine wine wine
(Originaltitel "Drinking wine spoo-dee-oo-dee")
ist die in die Beine gehende Umsetzung
einer Komposition von Jerry
Lee Lewis, auf der einst auch Albert Lee
und Alvin Lee mitspielten.
Das abschließende Harry
Lime Theme ("Der Dritte Mann") ist eine Meisterleistung,
wie relaxt und dennoch instrumental absolut
genial sie es umsetzen.
Die Bucket Boys sind eine der besten "Coverbands",
die ich je gesehen habe.
Ihre Repertoireauswahl ist sehr geschmackvoll,
was sie ja in Cropredy ausführlich bewiesen.
Stilistisch sind sie ein bißchen
den Hellecasters vergleichbar.