The Bucket Boys - Waxahotty
(2002, ohne Label, beziehbar über die Website der Band)

Schon das Cover ist herrlich altmodisch. In Cropredy 2003 erwiesen sich die Bucket Boys als eine Art Supergroup,
die niemand kennt. Live sind sie natürlich viel besser als auf dieser CD, die nichtsdestotrotz das Feeling des
gutgelaunten Jammings gut herüberbringt. Die Einstiegsnummer  Get rhythm, einst ein Hit für Johnny Cash,
später kompentent gecovert von Ry Cooder, ist der richtige Stimmungsmacher. Herrlich die doppelte
Leadgitarrenarbeit von Bertie Bucket alias Tim Renwick, sowie  Skeeter Bucket alias Steve Turner,
der wunderbare Slide spielt. Jelly roll,  eigentlich ein Slow-Blues, wird von den Jungs etwas schneller gespielt.
Es ist eine echte Blues-Jam, bei der alle Beteiligten hörbar Spaß haben. Ein Solo auf der Akustikgitarre lässt
einen mit der Zunge schnalzen. Boat out to the sea  ist eine launige Mitschnipp-Nummer, die auch in Cropredy,
mit aktiver Mitwirkung von Dave Pegg, sehr gut ankam. Busted, der alte Ray Charles Hit, wurde
stilistisch total umgekrempelt. Es gibt wieder zwei wunderbare Gitarrensoli von Tim Renwick alias
Bertie Bucket und Turner, und dann ist da diese ständig wiederkehrende Hookline zum Mitsummen.
Hier wird unüberhörbar nicht nur gecovert, sondern volle Spielfreude mit eingebracht. Graveyard ship
könnte durchaus von einem der frühen C.C.R.-Alben entnommen - also absolut nichts Schlechtes.
Es folgt ein langsamer, unwiderstehlich cool interpretierter, Blues im Stile von J.J. Cale namens Rain down tears.
"You say you're leaving, you ain't comin' back. It's gonna rain down tears, you need a shelter somewhere".
Man of mystery hat eine ins Ohr gehende Melodie, die mich an irgendetwas Altes erinnert. Mir fällt aber
nicht ein, was.  Guitar man  war eine der besten späteren Aufnahmen von Elvis Presley - in den 60'ern.
Ein Gitarrensolo jagt das andere, und wer hier als Gitarrenliebhaber unbeeindruckt bleibt, muß krank sein.
Across the borderline ist die erste Ballade der CD. Nicht schlecht, aber nicht viel mehr als ein
Lückenbüsser nach meiner Meinung. Little sister ist dann wieder Rock'n Roll-Spaß pur.
Das Stück, ursprünglich von Elvis Presley, wurde oft gecovert, u.a. von Robert Plant
(auf "Concert For Kampuchea"), und auch in Deutschland von Ted Herold in einer witzigen Interpretation.
Inspiriert wurden die Bucket Boys mit ihrer sehr Version aber wohl von Ry Cooders
Fassung auf dem Anti-Atomkraft-Set  "No Nukes" von 1979. Wine wine wine
(Originaltitel "Drinking wine spoo-dee-oo-dee") ist die in die Beine gehende Umsetzung
einer  Komposition von Jerry Lee Lewis, auf der einst auch Albert Lee und Alvin Lee mitspielten.
Das abschließende Harry Lime Theme  ("Der Dritte Mann")  ist eine Meisterleistung,
wie relaxt und dennoch instrumental absolut genial sie es umsetzen.
Die Bucket Boys sind eine der besten "Coverbands", die ich je gesehen habe.
Ihre Repertoireauswahl ist sehr geschmackvoll, was sie ja in Cropredy ausführlich bewiesen.
Stilistisch sind sie ein bißchen den Hellecasters vergleichbar.

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